Kaum eine Regeländerung hat den modernen Fußball so nachhaltig geprägt wie der VAR (Video Assistant Referee). Der Videobeweis im Fußball sorgt seit Jahren für Diskussionen – bei Spielern, Trainern und Fans gleichermaßen. Seit seiner Einführung bei der WM 2018 gehört der VAR im Profi-Fußball zum festen Bestandteil großer Wettbewerbe wie der Bundesliga, der Champions League, Europa- und Weltmeisterschaften.
Doch was ist der VAR eigentlich, wie funktioniert der VAR und wann greift der VAR ein? Viele Fußballfans sind unsicher, welche VAR-Fussball-Regeln gelten, wann ein On-Field Review (OFR) durchgeführt wird oder warum der Schiedsrichter VAR in manchen Situationen eingreifen darf und in anderen nicht. Auch Fragen zu VAR-Abseits, VAR-Elfmeter, Gelben Karten oder den endgültigen VAR-Entscheidungen sorgen regelmäßig für Verwirrung.
In diesem Artikel erfährst du einfach erklärt, was der Video Assistant Referee macht, welche VAR-Regeln der FIFA und Bundesliga gelten, wie das Video Assist Center arbeitet und warum am Ende immer der Schiedsrichter auf dem Platz die letzte Entscheidung trifft.
VAR Fußball – Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
| Kategorie | Information |
|---|---|
| 📌 VAR steht für | Video Assistant Referee (Videoassistent des Schiedsrichters) |
| 🏛 Erstmal eingesetzt | WM 2018 in Russland – erste FIFA-Weltmeisterschaft mit VAR |
| 🎮 VAR in der Bundesliga | Seit der Saison 2017/18 im Einsatz |
| 🏆 VAR in der Champions League | Seit der Saison 2019/20 ab der Gruppenphase |
| 🖥 Wo arbeitet der VAR? | In einer separaten Videooperationszentrale (Video Operation Room, VOR) bzw. einem Video Assist Center |
| 📋 Wann greift der VAR ein? | Bei Toren, Elfmetern, direkten Roten Karten und Spielerverwechslungen |
| ⚡ Grundprinzip | Eingriff nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen oder übersehenen spielentscheidenden Szenen |
| 👨⚖️ Wer trifft die Entscheidung? | Der Feldschiedsrichter – der VAR hat ausschließlich beratende Funktion |
| 🚫 Nicht überprüfbar | Normale Gelbe Karten, Fouls oder Zweikämpfe ohne spielentscheidende Auswirkungen |
| 📖 Regelgrundlage | Die VAR-Regeln werden vom IFAB festgelegt und von FIFA, UEFA sowie den nationalen Ligen angewendet. |
Was ist der VAR – und was macht der Video Assistant Referee?
Der VAR (Video Assistant Referee) ist ein speziell ausgebildeter Schiedsrichter, der den Videobeweis im Fußball unterstützt. Während der Feldschiedsrichter das Spiel auf dem Platz leitet, verfolgt der VAR die Partie aus einer separaten Videooperationszentrale (Video Operation Room, VOR) beziehungsweise einem Video Assist Center. Dort analysiert er mithilfe zahlreicher Kameraeinstellungen strittige Spielszenen und überprüft, ob eine klare Fehlentscheidung vorliegt.
Die Fußball–VAR-Regeln sind dabei eindeutig: Der Video Assistant Referee darf nicht bei jeder umstrittenen Aktion eingreifen. Stattdessen erfolgt ein Eingriff ausschließlich bei klaren und offensichtlichen Fehlern oder wenn eine spielentscheidende Szene übersehen wurde. Genau deshalb überprüft der VAR im Fußball nur Tore, Elfmeter, direkte Rote Karten und Spielerverwechslungen.
Stellt der Fußball-VAR eine mögliche Fehlentscheidung fest, informiert er den Schiedsrichter per Funk. Je nach Situation kann dieser seine ursprüngliche Entscheidung sofort korrigieren oder ein On-Field Review (OFR) durchführen und sich die Szene selbst am Monitor ansehen. Die endgültige Entscheidung trifft jedoch immer der Schiedsrichter auf dem Spielfeld – der Schiedsrichter VAR hat ausschließlich eine beratende Funktion.
Dieses Prinzip soll den Videobeweis im Fußball auf spielentscheidende Situationen beschränken, den Spielfluss möglichst wenig unterbrechen und gleichzeitig die Zahl klarer Fehlentscheidungen reduzieren.
In welchen vier Situationen greift der Fußball VAR ein?
Die VAR-Fussball-Regeln legen ganz klar fest, dass der Video Assistant Referee (VAR) nur in vier spielentscheidenden Situationen eingreifen darf. Ziel des Videobeweises im Fußball ist es, eindeutige Fehlentscheidungen zu korrigieren – nicht jede strittige Szene erneut zu bewerten.
| Kategorie | Typische Überprüfung durch den VAR |
|---|---|
| 🥅 Tore | Lag vor dem Tor eine Abseitsstellung, ein Handspiel, ein Foul oder war der Ball zuvor im Aus? |
| 🟥 Direkte Rote Karten | Wurde eine klare Rote Karte übersehen oder fälschlicherweise eine direkte Rote Karte gezeigt? |
| ⚽ Elfmeter | Lag tatsächlich ein strafbares Foul oder Handspiel im Strafraum vor? War der angreifende Spieler zuvor im Abseits? |
| 👥 Spielerverwechslung | Wurde nach einer Verwarnung oder einem Platzverweis versehentlich der falsche Spieler bestraft? |
Wichtig: Gelbe Karten werden vom VAR grundsätzlich nicht überprüft. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn eine Szene eigentlich eine direkte Rote Karte rechtfertigen würde oder der falsche Spieler bestraft wurde.
- 🥅 Tore
- ⚽ Elfmeter
- 🟥 Direkte Rote Karten
- 👥 Spielerverwechslungen
- 🟨 Normale Gelbe Karten
- 🤼 Gewöhnliche Zweikämpfe
- 🗣 Spieler- oder Trainer-Challenges
- ⚽ Jede strittige Szene
Damit bleibt der VAR im Profi-Fußball bewusst auf wenige, spielentscheidende Situationen beschränkt. Normale Fouls, Zweikämpfe oder strittige Gelbe Karten gehören nicht zum Aufgabenbereich des Video Assistant Referee, sofern sie nicht unmittelbar zu einer der vier zulässigen Eingriffskategorien führen.
Wie läuft eine VAR-Überprüfung ab?
So läuft eine VAR-Überprüfung ab
Eine VAR-Überprüfung folgt einem klar geregelten Ablauf. Der Video Assistant Referee (VAR) überwacht das Spiel kontinuierlich und überprüft alle spielentscheidenden Szenen im Hintergrund. Nur wenn nach den VAR-Regeln ein klarer und offensichtlicher Fehler vorliegt, wird der Schiedsrichter informiert.
Schritt 1: Automatische Überprüfung im Hintergrund
Der VAR und seine Assistenten kontrollieren jede spielentscheidende Szene automatisch – ohne dass der Feldschiedsrichter eine Überprüfung anfordern muss. Beim Videobeweis im Fußball werden beispielsweise nach jedem Tor sofort mögliche Abseitsstellungen, Handspiele, Fouls im Spielaufbau oder ein Ball im Aus überprüft. Für die Spieler und Zuschauer bleibt diese Kontrolle meist zunächst unbemerkt.
Schritt 2: Kommunikation zwischen VAR und Schiedsrichter
Erkennt der Video Assistant Referee eine mögliche Fehlentscheidung, nimmt er über das Headset Kontakt mit dem Schiedsrichter auf dem Platz auf. Gemeinsam besprechen sie die Situation anhand der verfügbaren Kamerabilder.
Je nach Art der Szene kann der Schiedsrichter:
- seine ursprüngliche Entscheidung beibehalten, wenn die Informationen des VAR ausreichen,
- die Entscheidung direkt ändern, wenn es sich um eine eindeutige Tatsachenentscheidung handelt,
- oder ein On-Field Review (OFR) durchführen und sich die Szene selbst am Monitor ansehen.
Schritt 3: On-Field Review (OFR)
Beim On-Field Review (OFR) begibt sich der Schiedsrichter zur Referee Review Area (RRA) am Spielfeldrand. Dort sieht er sich die strittige Szene aus mehreren Kameraperspektiven und in verschiedenen Geschwindigkeiten an.
Nach der Videoanalyse trifft ausschließlich der Feldschiedsrichter die endgültige Entscheidung. Der VAR gibt lediglich Empfehlungen und besitzt keine eigene Entscheidungsgewalt. Genau deshalb liegt die Verantwortung für alle VAR-Entscheidungen immer beim Schiedsrichter auf dem Platz.
Woran erkennt man eine VAR-Überprüfung?
Eine laufende VAR-Überprüfung ist leicht zu erkennen: Der Schiedsrichter formt mit seinen Händen ein Rechteck in der Luft – das offizielle Signal für den Videobeweis im Fußball. Anschließend informiert er die Spieler über den weiteren Ablauf.
Während der Überprüfung wird im Stadion häufig auf den Videoleinwänden oder Anzeigetafeln eingeblendet, dass eine VAR-Prüfung läuft und welche Spielsituation überprüft wird. Nach Abschluss der Überprüfung gibt der Schiedsrichter seine endgültige Entscheidung bekannt – unabhängig davon, ob sie der ursprünglichen Entscheidung entspricht oder nach einem On-Field Review geändert wurde.
Was der VAR nicht kann – die häufigsten Missverständnisse
Rund um den VAR im Fußball halten sich bis heute zahlreiche Irrtümer. Viele Fans glauben, der Video Assistant Referee überprüfe jede strittige Szene oder treffe selbst die Entscheidungen. Tatsächlich sind die VAR-Regeln deutlich enger gefasst. Der Videobeweis im Fußball soll ausschließlich klare Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Situationen korrigieren – nicht jede umstrittene Aktion neu bewerten.
| Missverständnis | Was tatsächlich gilt |
|---|---|
| ❌ „Der VAR entscheidet selbst.“ | Nein. Der Video Assistant Referee hat ausschließlich eine beratende Funktion. Die endgültige Entscheidung trifft immer der Feldschiedsrichter – gegebenenfalls nach einem On-Field Review (OFR). |
| ❌ „Jede strittige Szene wird überprüft.“ | Nein. Der VAR greift nur bei Toren, Elfmetern, direkten Roten Karten und Spielerverwechslungen ein – und auch nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen. |
| ❌ „Gelbe Karten können vom VAR aufgehoben werden.“ | Nein. Gelbe Karten gehören grundsätzlich nicht zum Aufgabenbereich des VAR. Eine Ausnahme besteht nur, wenn eine Szene eigentlich eine direkte Rote Karte rechtfertigen würde oder der falsche Spieler bestraft wurde. |
| ❌ „Der VAR kann jederzeit eingreifen.“ | Nein. Der Videobeweis darf nur innerhalb der vier festgelegten Eingriffskategorien eingesetzt werden. Bei Ermessensentscheidungen ohne klaren Fehler bleibt die ursprüngliche Entscheidung bestehen. |
| ❌ „Spieler oder Trainer können einen VAR fordern.“ | Nein. Anders als in einigen anderen Sportarten gibt es im Fußball keine Challenge. Nur das VAR-Team oder der Feldschiedsrichter können eine Überprüfung veranlassen. |
| ❌ „Jedes Tor wird erst nach einer langen Videoanalyse anerkannt.“ | Nein. Zwar wird jedes Tor automatisch überprüft, die meisten Kontrollen dauern jedoch nur wenige Sekunden und bleiben für Zuschauer kaum wahrnehmbar. |
| ❌ „Der VAR macht den Fußball fehlerfrei.“ | Nein. Auch mit dem Video Assistant Referee bleiben Ermessensentscheidungen bestehen. Der VAR soll die Zahl klarer Fehlentscheidungen reduzieren, kann aber nicht jede Diskussion verhindern. |
Merke: Der VAR ersetzt den Schiedsrichter nicht. Er unterstützt ihn lediglich dabei, eindeutige Fehlentscheidungen zu vermeiden. Die Verantwortung für alle VAR-Entscheidungen liegt weiterhin beim Schiedsrichter auf dem Spielfeld.
VAR in Deutschland: Bundesliga, DFB-Pokal und Nationalmannschaft
Deutschland gehörte zu den ersten Ländern Europas, die den VAR (Video Assistant Referee) dauerhaft eingeführt haben. Bereits seit der Saison 2017/18 gehört der Videobeweis im Fußball zum festen Bestandteil der Bundesliga. Heute kommt der VAR außerdem in der 2. Bundesliga, im DFB-Pokal sowie bei den Länderspielen der deutschen Nationalmannschaften zum Einsatz, sofern der jeweilige Wettbewerb den Videoassistenten vorsieht.
Das Video Assist Center in Köln
Für die Bundesliga und 2. Bundesliga arbeiten die VAR-Schiedsrichter zentral im Video Assist Center (VAC) in Köln. Von dort aus verfolgen mehrere Teams sämtliche Partien parallel über zahlreiche Kameraperspektiven. Erkennt der Video Assistant Referee einen klaren und offensichtlichen Fehler nach den geltenden VAR-Regeln, informiert er den Schiedsrichter auf dem Spielfeld per Funk.
Das zentrale System sorgt dafür, dass VAR-Entscheidungen in allen Stadien möglichst einheitlich getroffen werden und identische technische Voraussetzungen bestehen.
Kontinuierliche Weiterentwicklung des VAR
Der VAR im Fußball wird kontinuierlich weiterentwickelt. Neben technischen Verbesserungen – etwa zusätzlichen Kamerawinkeln oder der halbautomatischen Abseitstechnologie (SAOT) bei internationalen Wettbewerben – werden auch die Auslegung der Regeln und die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Video Assistant Referee regelmäßig angepasst.
Auch bei Handspielsituationen wurden die Bewertungsrichtlinien in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet. Ziel ist es, die VAR-Regeln möglichst einheitlich anzuwenden und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen, ohne den Spielfluss unnötig zu unterbrechen.
Hinweis: Die grundlegenden Kriterien für Handspiel werden durch das International Football Association Board festgelegt. Änderungen beruhen in der Regel auf Anpassungen des Regelwerks und nicht auf einer eigenständigen Neuerung des VAR-Systems.
VAR im Fußball: Die wichtigsten Meilensteine
VAR und halbautomatische Abseitserkennung: Das Zusammenspiel
Bei großen Turnieren wie der WM 2026 und der EURO 2028 kommt neben dem VAR (Video Assistant Referee) auch die halbautomatische Abseitserkennung (Semi-Automated Offside Technology, SAOT) zum Einsatz. Während der Videobeweis im Fußball die gesamte Spielsituation überprüft, unterstützt die SAOT den VAR speziell bei der Beurteilung von Abseitspositionen.
Dafür erfassen mehrere Spezialkameras rund um das Stadion insgesamt 29 Körperpunkte jedes Spielers, während ein Sensor im Spielball den exakten Zeitpunkt der Ballabgabe registriert. Aus diesen Daten berechnet das System innerhalb weniger Sekunden eine mögliche Abseitsstellung und stellt die Informationen dem Video Assistant Referee zur Verfügung.
Der VAR überprüft anschließend die Spielsituation und beurteilt zusätzlich, ob der betreffende Spieler tatsächlich aktiv ins Spiel eingegriffen hat. Erst danach trifft der Feldschiedsrichter die endgültige Entscheidung.
Das Ergebnis: VAR-Abseits-Entscheidungen werden heute deutlich schneller und präziser getroffen als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung für alle VAR-Entscheidungen beim Schiedsrichter auf dem Spielfeld.
Mehr zum Thema: Wie die halbautomatische Abseitserkennung genau funktioniert und wann die Abseitsregel greift, erfährst du in unserem Artikel „Abseitsregel im Fußball einfach erklärt“.
Fazit: VAR – Das Wichtigste auf einen Blick
Der VAR (Video Assistant Referee) hat den Videobeweis im Fußball nachhaltig verändert und hilft dabei, klare Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Situationen zu korrigieren. Nach den geltenden VAR-Regeln überprüft der Videoassistent ausschließlich vier Kategorien: Tore, direkte Rote Karten, Elfmeter und Spielerverwechslungen. Dabei greift der VAR nur ein, wenn ein klarer und offensichtlicher Fehler vorliegt oder eine entscheidende Szene übersehen wurde.
Trotz moderner Technik bleibt die Verantwortung immer beim Feldschiedsrichter. Er allein trifft die endgültige Entscheidung – entweder direkt oder nach einem On-Field Review (OFR). Die Kombination aus VAR und halbautomatischer Abseitserkennung (SAOT) macht Abseitsentscheidungen bei großen internationalen Turnieren heute schneller, präziser und nachvollziehbarer als je zuvor. Dadurch wird der Fußball zwar nicht fehlerfrei, aber gerechter und transparenter.
FAQ zum Fußball-VAR (Video Assistant Referee)
Was bedeutet VAR im Fußball?
VAR steht für Video Assistant Referee (Videoassistent des Schiedsrichters). Dieser VAR unterstützt den Schiedsrichter mithilfe von Videoaufnahmen dabei, klare und offensichtliche Fehlentscheidungen zu erkennen. Die endgültige Entscheidung trifft jedoch immer noch der Schiedsrichter auf dem Spielfeld.
Wann wurde der VAR beim Fußball eingeführt?
Der Videobeweis wurde nach mehreren Testphasen offiziell eingeführt. In der Bundesliga kommt der VAR seit der Saison 2017/18 zum Einsatz, bei einer FIFA-Weltmeisterschaft erstmals bei der WM 2018 in Russland.
In welchen Situationen greift der Fussball VAR ein?
Der VAR darf nur in vier spielentscheidenden Situationen eingreifen:
- Tor oder Torerzielung
- Elfmeterentscheidungen
- Direkte Rote Karten
- Spielerverwechslungen
Ein Eingriff erfolgt ausschließlich bei klaren und offensichtlichen Fehlern oder wenn eine wichtige Szene übersehen wurde.
Entscheidet der VAR selbst über eine Spielsituation?
Nein. Der VAR spricht lediglich eine Empfehlung aus und informiert den Schiedsrichter über mögliche Fehlentscheidungen. Die endgültige Entscheidung trifft immer der Feldschiedsrichter – entweder direkt oder nach einem On-Field Review (OFR) am Monitor.
Was ist ein On-Field Review (OFR)?
Beim On-Field Review (OFR) schaut sich der Schiedsrichter eine strittige Szene selbst auf einem Monitor am Spielfeldrand an. Anschließend entscheidet er, ob seine ursprüngliche Entscheidung bestehen bleibt oder geändert wird.
Können Gelbe Karten vom Fussball VAR überprüft werden?
Grundsätzlich nein. Gelbe Karten werden nicht überprüft. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Szene eigentlich eine direkte Rote Karte rechtfertigen könnte oder eine falsche Identität des bestraften Spielers vorliegt.
Kann der VAR eine Rote Karte zurücknehmen?
Ja. Erkennt der VAR beim Fussball, dass eine direkte Rote Karte zu Unrecht gegeben wurde oder eine klare Fehlentscheidung vorliegt, kann der Schiedsrichter seine Entscheidung nach einer Überprüfung korrigieren.
Wo sitzt der VAR in der Bundesliga?
Die Videoassistenten arbeiten für die Bundesliga und 2. Bundesliga im Video Assist Center (VAC) in Köln. Von dort überwachen mehrere VAR-Teams alle Spiele parallel und stehen über Funk mit den Schiedsrichtern auf dem Platz in Verbindung.
Wird jedes Tor automatisch vom VAR überprüft?
Ja. Jedes erzielte Tor wird automatisch kontrolliert. Dabei werden unter anderem mögliche Abseitsstellungen, Fouls im Spielaufbau oder Handspiele überprüft. Nur wenn ein relevanter Fehler entdeckt wird, greift der VAR auch wirklich ein.
Kann der VAR auch Abseits überprüfen?
Ja. Abseits gehört zu den häufigsten Einsatzgebieten des VAR. Bei internationalen Turnieren wie der Fussball WM kommt zusätzlich die halbautomatische Abseitstechnologie (SAOT) zum Einsatz, die Abseitsentscheidungen schneller und präziser unterstützt.
Wie lange dauert eine VAR-Überprüfung?
Die Dauer hängt von der Komplexität der Szene ab. Einfache Überprüfungen dauern oft nur wenige Sekunden. Muss der Schiedsrichter selbst zum Monitor gehen, kann die Unterbrechung ein bis drei Minuten oder in Einzelfällen länger dauern.
Warum greift der Fussball-VAR nicht bei jedem Foul ein?
Der VAR soll den Spielfluss möglichst wenig unterbrechen. Deshalb greift er nur bei klaren und offensichtlichen Fehlentscheidungen in spielentscheidenden Situationen ein. Normale Zweikämpfe oder kleinere Fouls werden grundsätzlich nicht überprüft.
Wer legt die Regeln für den VAR fest?
Die Fussball-VAR-Regeln werden vom International Football Association Board festgelegt. Die FIFA übernimmt diese Regeln für ihre Wettbewerbe, während nationale Verbände sie entsprechend umsetzen.



